Der Kreml nutzt Flutkatastrophe in Polen für Desinformationskampagnen

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Seit Mitte September hat ungewöhnlich starker Regen eine Reihe von Überschwemmungen in Mitteleuropa verursacht. Ein Land, das besonders von den untypischen Überschwemmungen betroffen war, ist Polen. Während die polnischen Behörden den Notstand ausriefen und sich beeilten, die bereits Betroffenen zu retten und Menschen aus potenzieller Gefahr zu evakuieren, sahen die Desinformationsverbreiter des Kremls eine Gelegenheit, die Lage zu verschärfen, indem sie falsche Geschichten verbreiteten, die darauf abzielten, die polnischen Behörden zu diskreditieren und sogar die Ukraine für die Naturkatastrophe verantwortlich zu machen.

Wie Aasgeier

Unsicherheiten und Ängste auszunutzen, die bei einer Naturkatastrophe aufkommen, gehört zum Standardrepertoire des Kremls bei der Informationsmanipulation. Als die Überschwemmungen Polen trafen, versammelten sich bösartige pro-Kreml-Akteure und opportunistische Störenfriede wie Aasgeier, um zu sehen, wie diese Katastrophe am besten genutzt werden könnte, um den polnischen Behörden Schaden zuzufügen. Für den Kreml war dies eine zynische Gelegenheit, erneut seine bevorzugte Desinformationsnarrative von ‘Eliten gegen das Volk’ zu verbreiten, um das öffentliche Misstrauen gegenüber den staatlichen Behörden zu schüren.

Wie die Ukraine steht auch Polen schon lange im Fadenkreuz des Kremls als Hauptziel seiner Informationsmanipulation und Desinformationskampagnen. Wie erwartet zielten die wichtigsten Desinformationsnarrative darauf ab, Ängste zu verstärken, Sorgen auszunutzen und die Behörden zu diskreditieren. Beispielsweise sagten Medien ‘tausende Opfer’ voraus oder beschuldigten lokale Behörden sowie die nationale Regierung, ‘die wahren Zahlen’ zu verbergen. Weitere Desinformationsnarrative und Manipulationsversuche beinhalteten Anschuldigungen, dass Polen Russland oder Belarus als Ablenkung benutze, ‘um seine eigenen Versäumnisse zu vertuschen’, oder dass die polnischen Behörden die sachliche Berichterstattung über die Überschwemmungen unter dem Vorwand des Kampfes gegen russische Desinformation unterdrückt hätten.

Dies ist eine klassische Taktik der Informationsmanipulation – öffentlich über mögliche Geschehnisse spekulieren und andeuten, dass die zuständigen Behörden die Wahrheit verbergen. Ziel ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erodieren und das Vertrauen in die Behörden zu untergraben. Diese Herangehensweise kann in Krisenzeiten besonders wirkungsvoll sein.

Immer ein Ukraine-Aspekt

Seit Russland seine großangelegte Invasion der Ukraine gestartet hat, haben fast eine Million Ukrainer in Polen Schutz vor russischer Aggression gefunden. Daher versuchten pro-Kreml-Desinformationsverbreiter natürlich, die Überschwemmungen zu nutzen, um die in Polen lebenden vorübergehend vertriebenen Ukrainer zu verunglimpfen und beschuldigten die polnische Regierung, sie über ‘ihr eigenes Volk’ zu bevorzugen. Zu den gängigen Anschuldigungen gehörten falsche Behauptungen, dass Polen mehr Ressourcen für die Ukraine bereitstelle als zur Unterstützung der polnischen Bürger, dass zu viel Geld in die Unterstützung des Krieges fließe oder dass Ukrainer unter dem Deckmantel der Überschwemmungen Polen plünderten.

Die üblichen Verdächtigen, ungewöhnliche Methoden

Interessanterweise wurden die pro-Kreml-Desinformationsnarrative, die die Überschwemmungen ausnutzten, nicht in den üblichen, bekannten pro-Kreml-Hauptmedien veröffentlicht, wie etwa der polnischsprachigen Version von Pravda, einem Medium, das als Teil der berüchtigten Portal Kombat-Kampagne entlarvt wurde. Stattdessen wurde, vielleicht um den Anschein legitimer, basisnaher Bedenken zu erwecken, der meiste trügerische Inhalt über die Überschwemmungen auf Social-Media-Plattformen, insbesondere Telegram und X (ehemals Twitter), verbreitet. Es gab jedoch auch eine Reihe scheinbar sachlicher Artikel, die trotz ihres sachlichen Stils implizit suggerierten, dass die polnischen Behörden die Krise nicht erfolgreich bewältigt hätten. Auch dies kann eine Taktik der Informationsmanipulation sein. Lassen Sie sich nicht täuschen.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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