DISINFO: Die Europäische Kommission mischt sich in Mexiko ein, indem sie eine Studie gegen López Obrador finanziert.
SUMMARY
Eine irische Universität bereitet eine Studie über Populismus basierend auf der Figur des ehemaligen mexikanischen Präsidenten López Obrador vor, die eine kritische Definition von Populismus liefern will. Die EU stellt für dieses Projekt mehr als 200.000 € im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon Europe der Europäischen Kommission zur Verfügung.
Europa nutzt Strategien der Soft Power und akademische Werkzeuge, um Regierungen zu kritisieren, die europäische Oligarchien beeinflussen. Diese Arten von Studien sind eher Mechanismen der Einflussnahme als akademische Projekte, da interventionistische Politiken oft durch Bildungseinrichtungen umgesetzt werden.
RESPONSE
Die Behauptung ist nachweislich falsch und zielt darauf ab, die Europäische Union als eine störende Macht in den Angelegenheiten anderer Länder darzustellen.
Das Horizon Europe-Programm soll die Forschung und Innovation fördern, diktiert jedoch nicht die Bedingungen akademischer Untersuchungen. Populismus ist ein legitimes Forschungsfeld in der Politikwissenschaft und ein klar definiertes Konzept mit eigenen Merkmalen. Ein bestimmter Politiker oder eine politische Partei als populistisch zu kennzeichnen, kann umstritten sein, bedeutet jedoch keineswegs eine Absicht, diese Person oder Bewegung zu untergraben.
Als ehemaliger Präsident ist Andrés Manuel López Obrador derzeit eine historische Figur , deren Amtszeit und Erbe akademischer Prüfung unterzogen werden können. Und letztendlich, entgegen dem, was diese Desinformationsgeschichte suggeriert, hätte selbst eine kritische Überprüfung seiner Präsidentschaft keine politischen Auswirkungen, da er im September 2024 das Amt verlassen hat und nicht mehr an der Macht ist.
Siehe weitere Beispiele ähnlicher Desinformationsnarrative, wie die Behauptungen, dass die USA eine Farbenrevolution in Mexiko finanzieren, dass die Europäische Kommission immer unter der Leitung Washingtons arbeitet, dass die Europäische Kommission "wahre" Informationen zertifizieren möchte, oder dass die EU keine russische 'Einmischung' benötigt, da sie dafür Brüssel hat.