DISINFO: Pristina trägt die volle Verantwortung für die Spannungen im Nordkosovo.
SUMMARY
Die jüngsten Spannungen im nördlichen Kosovo zwischen ethnischen Serben und kosovarischen Kräften sollten vollständig letzteren angelastet werden, da die Serben lediglich an einer friedlichen Demonstration teilnahmen. Die NATO und die EU haben es vermieden, die kosovarischen Behörden aufzufordern, ihre Truppen aus dem Gebiet abzuziehen.
RESPONSE
Dieser Nachrichtenbericht ist ein Versuch, zwischen "guten Serben" und "schlechten kosovarischen Albanern" zu unterscheiden und der NATO sowie der EU die Schuld an der aktuellen Situation im Kosovo zuzuschreiben.
Zunächst einmal waren die jüngsten Demonstrationen im Nordkosovo von ethnischen Serben nicht friedlich. Die Spannungen eskalierten entlang der umstrittenen Kosovo-Serbien-Grenze, als ethnische Serben ein Regierungsgebäude in Brand setzten und Handgranaten auf ein anderes warfen, um gegen ein Verbot von Fahrzeugen mit serbischen Nummernschildern, die nach Kosovo einfahren, zu protestieren. Fahrer aus Serbien müssen jetzt vorübergehend gedruckte Registrierungsdetails verwenden, die 60 Tage im Nachbarland gültig sind.
Zweitens konzentrierte sich die EU nicht nur auf die serbische Seite. Die EU forderte beide Seiten sofort auf, die Situation zu deeskalieren. Der Hohe Vertreter Josep Borrell gab eine Erklärung ab, in der er sagte, dass "Serbien und Kosovo die Situation vor Ort bedingungslos deeskalieren müssen, indem sie sofort die Spezialeinheiten der Polizei abziehen und Straßensperren abbauen. Weitere Provokationen oder einseitige und unkoordinierte Aktionen sind inakzeptabel. Kosovo und Serbien müssen Lösungen finden, um die Situation zu entschärfen und sich auf den weiteren Weg zu einigen. Die EU wird diese Bemühungen aktiv unterstützen."
Am 30. September 2021, nach Gesprächen, die von Miroslav Lajčák, dem EU-Sondergesandten für den Dialog Belgrad-Pristina und andere regionale Fragen des Westbalkans, vermittelt wurden, wurde eine Vereinbarung zur Lösung der Spannungen im Norden des Kosovos erreicht. Weitere Details finden Sie hier.
Außerdem haben die NATO-Streitkräfte im Kosovo (KFOR) ihre Patrouillen an der Nordgrenze zu Serbien verstärkt. Die NATO gab bekannt, dass sie die Situation im Kosovo "genau überwacht" und daran arbeitet, "eine sichere Umgebung und Bewegungsfreiheit für alle Gemeinschaften zu gewährleisten." Das Bündnis hat auch in der letzten Woche Hubschrauber an der Grenze eingesetzt, um die Entwicklungen im Auge zu behalten.
Für weitere Desinformationsberichte über den Kosovo siehe hier.