DISINFO: Der Ryanair-Vorfall war eine europäische Provokation.
SUMMARY
Der Flugzeugvorfall in Weißrussland mit der irischen Firma Ryanair wurde von der Europäischen Union orchestriert, um Weißrussland zu verleumden.
RESPONSE
Desinformationserzählung über die gezwungene Landung von Ryanair-Flug 4978 durch die belarussischen Behörden im Mai 2021, um den belarussischen Dissidenten Raman Pratasevich festzunehmen.
Der Ryanair-Flug 4978, ein regulärer Flug von Athen nach Vilnius, befand sich im belarussischen Luftraum, als die belarussischen Behörden ihn umleiteten, um in Minsk unter dem Vorwand einer Bombendrohung zu landen, die sich als von den belarussischen Behörden fabriziert herausstellte. Zudem wurde ein bewaffneter MiG-29-Jagdbomber der belarussischen Luftwaffe geschickt, um das Flugzeug abzufangen. Sobald das Passagierflugzeug in Minsk landete, nahmen die belarussischen Polizeibeamten den politischen Aktivisten Raman Pratasevich und seine Freundin Sofia Sapega fest.
Pratasevich ist einer der Gründer von zwei beliebten Oppositionskanälen auf Telegram, die über die massiven anti-regierungs Proteste in Belarus 2020-2021 berichteten. Der Nexta-Kanal spielte insbesondere eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Informationen in einer ansonsten unfreien Medienlandschaft. Als langjähriger Gegner von Lukaschenkos autoritärem Regime sah sich Pratasevich dem Druck der Behörden ausgesetzt und flohen aus Belarus im Jahr 2019, zunächst in Polen und dann in Litauen, wo er seine Aktivismus im Exil fortsetzte.
Die EU verurteilte die belarussische Aktion gegen das Zivilflugzeug und die Festnahme von Pratasevich. In einer Erklärung im Namen der EU am 23. Mai 2021 forderte der Hohe Vertreter die sofortige Freilassung von Herrn Pratasevich. Darauf folgte eine Erklärung des Europäischen Rates, in der die EU-Führer gezielte individuelle und wirtschaftliche Sanktionen sowie ein Überflugverbot über den Luftraum der EU für belarussische Fluggesellschaften und den Zugang zu Flughäfen der EU für von diesen betriebenen Flügen forderten.
Darüber hinaus haben die USA, das Vereinigte Königreich und zahlreiche internationale Luftfahrtbehörden und private Akteure die Aktionen von Belarus als völkerrechtswidrig verurteilt und sie als Piraterie, Entführung und/oder Terrorismus eines Staates beschrieben.
Wie in unserer Datenbank dokumentiert, haben die belarussischen Behörden und pro-kremlnahe Medien durchgehend weit hergeholte, selbstwidersprüchliche Desinformationsnarrative und Verschwörungstheorien über die zwangsweise Landung des Passagierflugzeugs verbreitet. Diese Narrative reichen von der Behauptung, dass der Pilot selbst die Entscheidung getroffen hat, das Flugzeug umzuleiten, bis hin zu der Behauptung, dass westliche Länder oder Ukraine die gezwungene Landung inszeniert hätten, um Belarus zu verleumden. Andere Narrative räumen ein, dass das Flugzeug gewaltsam gelandet wurde, behaupten jedoch, dass Belarus in strikter Übereinstimmung mit dem Völkerrecht gehandelt habe oder dass ein internationaler Haftbefehl für die Festnahme von Pratasevich vorlag. Das Ziel der Desinformationskampagne ist es, die Sache zu verschleiern, die breite Öffentlichkeit zu verwirren und die Schuld von Belarus abzulenken.