Ritt auf der Bombe

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Eine weitere Woche und ein weiterer Fall von heißem Gerede über Atomwaffen vom Kreml. Dieses Mal behauptete Putin in seiner eskalierenden Rhetorik, dass Russland plane, taktische Atomwaffen auf belarussischem Boden in Stellung zu bringen. Wann und wo dies genau vonstattengehen soll, wurde nicht beantwortet, doch belarussische Behörden bestätigten den Plan später.

Putins Aktion führte zu Reaktionen sowohl von der EU, die sagte, dass diese Aktion weitere Sanktionen zur Folge haben könnte, als auch von der NATO, die die verantwortungslosen Pläne verurteilte.

Während Putins Atomwaffenpläne immer noch in den westlichen Medien kursieren, sind russische Desinformationskanäle damit beschäftigt, Lügen und Ausreden zu verbreiten, z. B. behaupten sie, die Ukraine verfüge über „schmutzige Bomben“, oder abgereichertes Uran wird mit der Stationierung von taktischen Atomwaffen verglichen.

Wie wir bereits mehrfach berichteten, versucht das russische Ökosystem zur Informationsmanipulation, bekannte Tabus auszunutzen, die nicht nur mit Atomwaffen, sondern auch mit chemischen und biologischen Waffen und radioaktiver Strahlung einhergehen.

Die Kreml-Propaganda versucht, verbreitete und meist irrationale Ängste bezüglich dieser Waffenarten zu schüren. Unbegründete Ängste können wiederum zu Verwirrung und Unentschlossenheit bei westlichen Zielgruppen führen. Im schlimmsten Fall könnten aus Angst getroffene Entscheidungen dem Kreml offen oder insgeheim in die Hände spielen.

Die fingierte Bekämpfung von Schwindel …

Die Versuche des kremlfreundlichen Ökosystems zur Informationsmanipulation, echten Enthüllern und Faktencheckern mithilfe von Nachahmern den Wind aus den Segeln zu nehmen, konnten die Zielgruppen anscheinend nicht beeindrucken, insbesondere im Westen.

Dank Logically ist nun bekannt, dass WarOnFakes ein Propagandaprojekt des kremlfreundlichen Ökosystems zur Informationsmanipulation ist, das hauptsächlich auf Telegram arbeitet und vor allem russische Zielgruppen hat.

Das Projekt startete im März 2022 und liefert angeblich „unparteiische Informationen“ zur „Widerlegung von Fake News“ bezüglich des Krieges in der Ukraine. Seine Inhalte unterstützten jedoch laufend den Standpunkt des Kreml, verteidigten russische Streitkräfte und beschuldigten wenig überraschend die Ukraine oder den Westen für negative Ereignisse.

Die Website WarOnFakes ist in mehreren Sprachen verfügbar, darunter Englisch, Spanisch, Französisch, Chinesisch und Arabisch. Sie ist jedoch in der russischen Sprache am meisten präsent und wirkt sich daher insbesondere auf das russischsprachige Publikum aus.

… fällt auf die Nase

Trotz der Schaffung mehrsprachiger Kanäle hatte sie keinen merklichen Einfluss auf das europäische Publikum. WarOnFakes ist nach wie vor auf Telegram sehr aktiv und unterhält scheinbar auch lokale Kanäle für bestimmte Städte und Regionen in Russland wie Belgorod, Rostow und die Krim.

Obwohl das Projekt anfangs einige Aufmerksamkeit erlangte, auch durch Förderung seitens offizieller russischer Diplomatenaccounts (siehe z. B. hier und hier) und die offensichtliche Nutzung nicht authentischer Accounts, sind der Website-Traffic und die Link-Weiterleitungen im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken. Die nicht russischsprachigen Kanäle auf Telegram waren nicht erfolgreich, wobei die englische Version noch die verbreitetste davon ist.

Alles in allem arbeitet WarOnFakes als kremlnahes Projekt zur Informationsmanipulation mit einer hauptsächlich russischen Zielgruppe auf Telegram und einem Fokus auf der Schaffung von Narrativen zu Russlands Invasion in der Ukraine. Der Einfluss der Website auf die russische Informationssphäre hielt sie über Wasser, aber ihr Wachstum, ihre Reichweite und ihre Wirkung insbesondere in anderen Sprachen hält sich in Grenzen.

Diese Woche ebenfalls auf dem Disinfo-Radar:

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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