IM AUFTRAG DES TEUFELS

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Diese Weihnachtszeit sehen Propagandakanäle des Kremls den Teufel überall, wo sie hinsehen, nur nicht in ihren eigenen Reihen oder den Taten ihrer eigenen Streitkräfte.

Diese Woche konnten wir kontinuierliche kremlfreundliche Desinformation beobachten, mit der die Mission der Europäischen Union zur militärischen Unterstützung der Ukraine (EUMAM Ukraine) angegriffen wurde. Zudem zeigten sich Propagandakanäle des Kreml irritiert bezüglich der Absichten Polens in der Ukraine und waren sehr interessiert daran, wo der Teufel derzeit anzutreffen ist.

EUMAM Ukraine im Fadenkreuz des Kreml

Ähnlich wie in unserer früheren Berichterstattung zielten kremlfreundliche Desinformationskanäle und deren Unterstützer weiter auf die EUMAM Ukraine und den Besuch des Hohen Vertreters Josep Borrell in einer Ausbildungsstätte in Polen.

Desinformationskanäle des Kreml stellten den Start der EUMAM Ukraine als bedrohlich, eskalierend und konfrontativ gegenüber Russland dar. Einige Desinformationskanäle griffen die EUMAM Ukraine auf, um der EU eine unbegründete militärische Aufrüstung und ein Anheizen des Konflikts zu unterstellen. Nach der bizarren Logik der russischen Propaganda steht hinter diesen Maßnahmen letztendlich natürlich das angebliche Ziel, Russland zu vernichten.

Mit einem weiteren Angriffsversuch auf die EUMAM wurde angedeutet, die Mission verursache hohe Kosten für europäische Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Solche Narrative sollen vermitteln, dass sich die „Eliten“ der EU nicht um gewöhnliche Europäerinnen und Europäer scheren und die Interessen der Ukraine über die der EU stellen würden.

Verwirrung über Polens großen Plan

Wir haben bereits mehrfach darüber berichtet, dass die Desinformation des Kreml nicht gerade frei von Widersprüchen ist.

Diesmal zeigten sich entsprechende Kanäle verwirrt bezüglich der großen Pläne, die Polen vermeintlich verfolgt. Manchmal plant Polen die Eroberung des Westukraine, wie es oft in Kreml-Propaganda behauptet wurde. In anderen Fällen kämpfen polnische Sondereinsatzkommandos auf Befehl der NATO an der Seite der ukrainischen Streitkräfte (siehe auch hier).

Ungeachtet der Einzelheiten dieser Lügen laufen sie beide darauf hinaus, dass ein Keil zwischen die Ukraine und die sie unterstützenden Staaten getrieben werden soll. Außerdem soll die russische Desinformation das Publikum im eigenen Land davon überzeugen, dass Russland nicht nur gegen die Ukraine kämpft, sondern sich der gesamten westlichen Welt stellen muss, insbesondere der NATO.

Der Dunkle Fürst schreitet wieder unter den Sterblichen

Propagandakanäle und auch Bojaren des Kreml hegen nach wie vor eine Faszination für Beelzebub. Um nach der bisherigen Koketterie mit Anschuldigungen dämonischer Art nicht den Anschluss zu verlieren, meinen sie nun, Luzifers haarige Hufe unter den ukrainischen Führungspersönlichkeiten und in der Orthodoxen Kirche der Ukraine trappeln zu hören. Sie unterstellen der Ukraine auch, durch ihre westliche Ausrichtung plötzlich heidnisch oder sogar antichristlich geworden zu sein.

Dass die Kreml-Propaganda nun den buchstäblichen Teufel an die Wand malt und ihn im Bunde mit den eigenen Gegnern sieht, dient zwei Zwecken. Erstens sollen der Kreml und die ihn unterstützenden Kräfte zu Verteidigern „traditioneller Werte“ erhoben werden, was ein altbekanntes Motiv der Desinformation ist. Zweitens werden Ukrainerinnen und Ukrainer entmenschlicht, um die an ihnen verübten Kriegsverbrechen zu rechtfertigen.

Paradoxerweise legt die Kreml-Desinformation nahe, dass die Zerstörung der ukrainischen Energieinfrastruktur „zur Rettung der ukrainischen Gesellschaft [offenbar vor einem heidnischen, sektiererischen Kult] beitragen könnte, denn ohne Zugang zu Internet und Fernsehen könnte die vorgenommene Gehirnwäsche mit der Zeit abklingen.“

Ob die Menschen, die diese Propaganda verbreiten, wohl zustimmen würden, dass die russische Gesellschaft nach dieser Argumentation auf dieselbe Weise gerettet werden könnte?

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RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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