Manipulationsmethoden der russischen Maschinerie

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Heute veröffentlichte der Europäischer Auswärtiger Dienst (EAD) den allerersten Bericht zu Bedrohungen durch Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland (FIMI). Sie können den vollständigen Bericht hier herunterladen. Der Bericht konstituiert einen allgemeinen Rahmen, um ausländische Bedrohungsakteuren entgegenzuwirken. Er enthält auch zahlreiche pikante Details zum Verhalten von Bedrohungsakteuren.

Im Folgenden konzentrieren wir uns auf das kremlfreundliche Ökosystem und stellen einige der verbreitetsten Manipulationstechniken, -taktiken und -abläufe aus dem Bericht vor.

Wichtige Erkenntnisse

Russlands unprovozierter und ungerechtfertigter Großangriff auf die Ukraine beherrscht die Beispieldaten des Berichts. Andere ermittelte Schlüsselthemen umfassen wachsenden russischen Einfluss, Angriffe auf Regierungsbeamte, Aufbauschen der Energiekrise und Verbreitung von Verschwörungserzählungen über biologische und nukleare Waffen. Diese Themen wurden alle bereits mehrfach in unseren Artikeln und unserer Desinfo-Datenbank besprochen.

Die treibende Kraft hinter diesen Informationsmanipulationen war die Stützung der russischen Invasion der Ukraine: 60 Fälle mit Verbindung zur Invasion sind dokumentiert. Das Ziel ist und bleibt die Ablenkung der Zielgruppen, die Abwälzung der Schuld oder das Richten der Aufmerksamkeit der Zielgruppe auf etwas vollkommen anderes. Beispielsweise setzten kremlfreundliche Kanäle häufig Gegner herab oder nutzten Whataboutismus.

Im Bedrohungsbericht wird auch festgestellt, dass Desinformationen und andere Informationsmanipulationen selten in nur einer Sprache auftreten. Im analysierten Beispieldatensatz wurden über 30 Sprachen verwendet, darunter 16 EU-Sprachen. Im Fall des kremlfreundlichen Ökosystems wurden im Beispieldatensatz vor allem Russisch und Englisch verwendet.

Beispielsweise wurde ein mehrsprachiger Ansatz zur Manipulation des Informationsraums zur sicheren Energieversorgung beobachtet. Zielgruppen in ganz Europa werden in ihren Muttersprachen angesprochen, unter anderem Deutsch, Französisch und Spanisch.

Der Beispieldatensatz deutet auch darauf hin, dass es bezüglich Informationsmanipulation eine Zusammenarbeit zwischen Russland und China gibt. In einem Beispiel wurde eine Manipulation in einem chinesischen Ökosystem, die durch Accounts chinesischer Diplomaten und staatlich kontrollierte Kanäle verstärkt wurde, in das russische Ökosystem übernommen, um sie erneut zu verwenden und zu verbreiten.

Dies geschah auch in umgekehrter Richtung, denn chinesische staatlich kontrollierte Kanäle und Diplomatinnen und Diplomaten ergänzten Materialien, die aus dem russischen Manipulationsökosystem stammten.

Die verbreitetsten Manipulationstechniken

Laut den Beispieldaten sind Bilder und Videos typische Medien zur Informationsmanipulation und Desinformationsverbreitung. Für eine maximale Verbreitung und Wirkung werden manipulative Inhalte häufig über mehrere Plattformen, Communitys und Gruppen hinweg publiziert.

Kanäle russischer Diplomatinnen und Diplomaten verbreiten und verstärken Desinformationen und sind ein wichtiger Teil des Ökosystems. Im Juni 2022 verbreitete ein solcher russischer Kanal Desinformationen bezüglich der Lebensmittelversorgung. EUvsDisinfo widerlegte sie jedoch schnell.

Bedrohungsakteurinnen und -akteure nutzen auch eine Kombination aus verschiedenen Techniken und Taktiken. Beispielsweise wurden offizielle Diplomatenaccounts genutzt, um glaubwürdige Quellen und Gegner anzugreifen und herabzusetzen. Bedrohungsakteurinnen und -akteure setzen zur Unterstützung dieser Angriffe häufig Bilder oder Videos ein, darunter fingierte Materialien. Ein aktuelles Beispiel, über das wir berichtet haben, bezieht sich auf einen Angriff durch dem Kreml nahestehende Personen, der sich gegen die militärische Unterstützungsmission der Europäischen Union (EUMAM) richtet.

Eine in diesem Bericht vorgestellte Technik ist die Imitation seriöser und vertrauenswürdiger Entitäten. Russische Bedrohungsakteurinnen und -akteure haben seriöse Medienkanäle wie Satiremagazine, internationale Medienkanäle und europäische Institutionen und Politikerinnen und Politiker imitiert.

Das Motiv hinter dieser Imitation ist die Aufhebung der Legitimation und Autorität der imitierten Entität, um Zielgruppen zu manipulieren, die diesen vertrauen. So nutzten kremlfreundliche Desinformationskanäle z. B. letztes Jahr eine auf diese Weise gestohlene Legitimation zum Angriff auf die Ukraine und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Bekämpfung böswilliger Narrative und Verhaltensweisen

Der Bericht liefert wertvolle Informationen zu den Taktiken, Techniken und Abläufen, mit denen Russland und China Informationsdomänen manipulieren.

Diese Erkenntnisse werden die Anstrengungen zur Bekämpfung von Desinformation und Informationsmanipulation weltweit weiter unterstützen und leiten. Manipulatives Verhalten zu verstehen geht Hand in Hand mit dem Enthüllen und Entwurzeln der betrügerischen Narrative und Ökosysteme der Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland, die Russland und andere Akteure für ihre böswilligen Aktivitäten einsetzen.

Laden Sie den vollständigen Bericht herunter und tauchen Sie tiefer ein in die schwarzen Künste feindseliger Akteurinnen und Akteure, die versuchen, unsere Informationsumfelder und Köpfe zu manipulieren und zu vergiften.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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