Substitution

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Wenn sich die objektive Realität nicht dem Willen des Kremls beugt, versuchen Kreml-Propagandisten, sie durch ihre Illusionen zu ersetzen.

In der letztwöchigen Ausgabe von Disinfo Review berichteten wir über das Informationsmanipulations-Ökosystem des Kremls, das die Angewohnheit hat, still zu bleiben, wenn es um Themen geht, zu denen es keine klaren Anweisungen hat oder die nicht ins Rampenlicht geraten sollen. Diese Woche scheinen die Desinformationsverbreiter des Kremls jedoch klarere Anweisungen bekommen zu haben.

Sternschnuppenwünsche

Ein Thema, das sich einfach nicht totkriegen lässt, obwohl der Kreml es sich so sehr wünscht, ist die anhaltende Gegenoffensive der Ukraine. Während die Ukraine weitere Gebiete befreit, sind kremlfreundliche Desinformationen, die auf die Gegenoffensive abzielen, gezwungen, neue Blickwinkel zu suchen.

Um mit als Waffe eingesetzten Informationen Einfluss auf die Fortschritte der Ukraine zu nehmen, haben die Informationsmanipulatoren des Kremls mehrere Vorgehensweisen gewählt.

Die Botschaft an das heimische Publikum bestand in erster Linie darin, zu beruhigen: Alles ist gut, alles verläuft nach Plan. Die Ukraine macht keine bedeutenden Gewinne, sondern verschwendet lediglich Ressourcen, über die sie eigentlich gar nicht erst verfügt.

Nichtsdestotrotz sichern die Kreml-Handlanger wie echte Spieler ihre Wetten ab. Sämtliche Niederlagen können stets weggeredet werden, indem behauptet wird, dass Russland nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen den gesamten Westen und dessen Militärmacht kämpfe.

Für externe Zielgruppen versuchen die Manipulatoren des Kremls, ihre Illusionen künstlich am Leben zu erhalten, um den inneren gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Ukraine zu beeinflussen und die Einheit zwischen der Ukraine und ihren Unterstützern sowie die Befürwortung der Unterstützung der Ukraine in westlichen Ländern zu verringern.

Zu diesem Zweck verbreiten sie verschiedene falsche Narrative, die von der Behauptung, dass die Mobilisierungsanstrengungen der Ukraine einen diskriminierenden Ansatz haben, bis zur Andeutung reichen, dass westliche Unterstützer sich hinter dem Rücken der Ukraine verschwören und dass das westliche Militär dazu beitrage, dass die Ukraine in die falschen Hände fällt.

Nicht eure Kinder

Eine besonders hässliche Form der Kreml-Desinformation betrifft ukrainische Kinder, ein Thema, über das wir bereits in vielen Fällen in unserer Disinfo-Datenbank berichteten. Die jüngsten Beispiele gehören zu den widerlichsten, die uns bisher begegnet sind.

Mitglieder des kremlnahen Desinformationsökosystems verbreiten nun auf Telegram und anderen Plattformen die Behauptung, dass ukrainische Kinder über das Darknet verkauft werden, einerseits als Sexsklaven, andererseits für Organentnahmen.

Derartige Behauptungen wurden über mindestens 18 verschiedene Telegram-Kanäle auf Russisch, Englisch, Polnisch und Französisch verbreitet und über 1,6 Millionen Mal angesehen. Einer der nennenswertesten Kanäle, der die Nachricht verbreitete, war der wohlbekannte und sanktionierte kremlnahe Desinformationskanal Tsargrad. Das Material wurde nicht nur über Telegram, sondern auch über Propaganda-Websites und VK-Seiten verbreitet.

Es ist vermutlich kein Zufall, dass Desinformationen über ukrainische Kinder den Weg in das russische Informationsmanipulations-Ökosystem finden.

Solche Narrative gewannen an Bedeutung, seitdem gegen russische Amtsträger wie Putin und Marija Lwowa-Belowa, die russische Präsidialkommissarin für Kinderrechte, vom Internationalen Strafgerichtshof Haftbefehle erlassen wurden. Ihnen wird die unrechtmäßige Deportation und Verschickung von Kindern aus temporär besetzten ukrainischen Gebieten nach Russland vorgeworfen.

Diese Woche auch auf dem Radar von EUvsDisinfo:

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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