Falsche Hoffnung: die Heimat blieb verwundbar
Propagandatreibende des Kreml erklärten Bachmut für „befreit“, obwohl die Stadt in Trümmern liegt. Die Rauchwolken, die über einer ungeschützt gelassenen Heimat aufsteigen, könnten ihre verfrühte Freude jedoch in Trauer verwandeln.
Während die illegale Invasion Russlands in der Ukraine fortgesetzt wird, lobten russische Desinformationskanäle manipulativ die „Befreiung“ Bachmuts, obwohl die Stadt der Kulisse eines postapokalyptischen Films gleicht. Ihr Jubel, der sich auf selektive Informationen aus dem Feld gründet, dürfte kurzlebig sein, da ukrainische Streitkräfte nach wie vor in der Nähe aktiv sind.
Derweil könnte Russlands Entscheidung, Ressourcen in den Fleischwolf von Bachmut zu werfen, auf es zurückfallen. Belgorods Rauchsäulen könnten Vorboten eines unsanften Erwachens sein, das bisher von den russischen Bürgerinnen und Bürgern und dem Kreml vermieden wurde.
Zusammen mit den kürzlichen Drohnenexplosionen in Moskau wird die Botschaft vermittelt, dass die Heimat aufgrund des militärischen Abenteurertums im Ausland verwundbar ist, was mit Propaganda schwer zu vertuschen ist. Der Kreml hat selbstverständlich genau das getan, indem er versuchte, die Ukraine und die USA für die Drohnen verantwortlich zu machen.
Propagandatreibende schweben auf (radioaktiven) Wolken
Während wir darauf warten, dass der Kreml Verantwortung übernimmt, spielen die Propagandatreibenden immer noch die alte Leier. Sie versuchen, militärische Unterstützung durch den Westen als etwas Gefährliches darzustellen, selbst für Menschen weit weg in Europa.
Ihre neueste Erfindung für diese Panikmache ist die Behauptung vor einem weltweiten Publikum, dass sich aus einem zerstörten Munitionsvorrat mit abgereichertem Uran eine radioaktive Wolke gebildet habe. Diese Behauptung wurde von französischen Faktencheckern von TF1 ausführlich widerlegt. Eine der bekanntesten Quellen für diese Lüge war Nikolai Patruschew, ein ehemaliger Geheimdienstchef und heutiger Politiker, der einst Verschwörungserzählungen über die sogenannte „Goldene Milliarde“ verbreitete.
Die Russland von den G7 angebotenen Trauben sind sauer
Im Rahmen des aktuellen G7-Gipfels konzentrierten sich kremlfreundliche Desinformationsexperten, wie der bekannte und sanktionierte Propagandist Wladimir Solowjow, insbesondere auf die Ankündigungen neuer militärischer Unterstützung für die Ukraine durch den Westen. Die Propagandisten und Staatskanäle versuchten ihr Bestes, um vor allem die mögliche Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen als Eskalation und direkte Bedrohung von Russland darzustellen.
Dieses Desinformations-Narrativ zum Verbreiten von Angst und Schrecken und zur Festigung der in Russland durch kremlnahe Informationsmanipulatoren aktiv kultivierten „Belagerungsmentalität“ wurde durch nukleares Säbelrasseln und haltlose Anschuldigungen verstärkt, laut denen der Westen sich darauf vorbereite, die Ukraine mit taktischen Atomwaffen auszurüsten, um Russen vernichten.
Das Desinformations-Narrativ, nach dem alle Russen nun angeblich Ziele der westlichen „russlandfeindlichen“ Aggression wären, hat seit Putins Ansprache vor der Föderationsversammlung im Februar an Fahrt aufgenommen und wurde ein weiteres Mal durch seine glanzlose und mit Desinformation beladene Ansprache vom 9. Mai verstärkt. Vor diesem Hintergrund ist es keine sonderliche Überraschung, dass Russlandfeindlichkeit in über 900 Fällen unserer Desinformations-Datenbank vorkommt.

Weitere Neuigkeiten zu Desinformation in dieser Woche:
- G7 ist ein Instrument des hybriden Kriegs gegen Russland. Offenbar hegt Russland noch immer einen Groll, weil es 2014 von den G8 ausgeschlossen wurde, nachdem es die Krim illegal annektiert hatte. Die russlandfreundlichen Desinformationsmühlen versuchen, die Rolle des klassischen Spielverderbers einzunehmen, indem sie giftige Narrative nutzen, um die G7-Nationen zu spalten, z. B. dass die USA Europa kolonisieren. Nichtsdestotrotz sind die Bemühungen vergeblich: In der jüngsten amtlichen Verlautbarung bekräftigten die führenden industrialisierten Demokratien ihre Einigkeit, die Ukraine weiter so lange wie nötig zu unterstützen.
- Selenskyj könnte nach Änderung der US-Politik in Guantanamo landen. Wir müssen zugeben, dass, wenn es einen Preis für die befremdlichste Desinformation gäbe, höchstwahrscheinlich die Desinformanten des belarussischen Sputnik unter den Anwärtern wären. Ihren Halluzinationen nach zu urteilen, in denen Russland Boden gewinnt und die westlichen Verbündeten die Ukraine verlassen, müssen sie die falsche Sorte Pilze gesammelt und eingelegt haben.
- Zivile Ziele im Donbass werden mit britischen Raketen angegriffen. Ein weiteres Beispiel für den Versuch, westliche militärische Unterstützung als etwas darzustellen, das sie nicht ist. Hier versuchen die russischen Propagandatreibenden, die Annahme westlicher militärischer Unterstützung durch die Ukraine als unmoralisch und gegen die Regeln der Kriegsführung darzustellen. Durch die Behauptung, dass Waffensysteme gegen zivile anstatt militärische Ziele eingesetzt würden, soll die breitflächige Unterstützung in westlichen Ländern für die Lieferung moderner Waffensysteme an die Ukraine untergraben werden. Zudem versuchen sie, die Aufmerksamkeit des Publikums von der gut dokumentierten brutalen Gewalt Russlands abzulenken.